Gastbeitrag von Marco Linsenmann (Q to be®): Effizientes Arbeiten bedeutet Lebensqualität
Es hieß, schreib' doch mal einen Gastbeitrag... Nun, das will ich gerne machen, obwohl man ja als IT Service-Management-Toolhersteller manchmal so angeschaut wird, als wollte der Gegenüber sagen "Quatsch' mich ja nicht an - ich will nix kaufen!". Aber wenn man wie ich, jahrelang im Service Management Geschäft tätig ist und weiß, dass Service Management keine Toolfrage sondern eine Philosophie ist, geht man damit ganz gelassen um.Nun, jetzt hat der Gerry einen Award bekommen. Ganz offiziell von honoriger Stelle verliehen. Was soll man da noch sagen, wenn man es nicht schon immer gewusst hat, außer "WOW!". Herzlichen Glückwunsch Gerry! Das bestätigt nur meine hohe Meinung, die ich von Dir und Beck et al. Services habe und ich nehme das zum Anlass, endlich meinen versprochenen Beitrag zu leisten.
Tja, IT-Service Management: Toolfrage, Geldfrage, Kulturfrage, Philosophie, Methodik, ITIL Ja/Nein, Zertifizierungen wohin man schaut (auch unsere Standardsoftware Q-Board ist V3-zertifiziert - ja Wahnsinn!), alles ganz heisse und aktuelle Themen, die uns natürlich auch beschäftigen. Vor allem beschäftigt mich aber die Frage, was wohl passiert, wenn einer der so genannten bzw. selbst ernannten Big-Five-Berater-Companies auf einmal sagt "Service Management ist Quatsch!". Wie lange würden sich dann die Foren und Blogs halten, der Run auf Service Manager Zertifizierungen, die ganzen engagierten ITIL-Beraterhäuser und nicht zuletzt: Was würde wohl aus den Toolherstellern werden, die sich als Spezialisten in diesem Bereich etabliert haben?
Eine kleine Anekdote dazu: Auf einem der letzten Kongresse haben wir als Q to be® die Gelegenheit nutzen dürfen, als Aussteller auch einen Redeslot zu besetzen. Als "Hersteller-Redner" ging es mir dabei darum, mögliche Entwicklungen auszuloten und den Bedarf im Bereich Financial Management bezogen auf eine Standardsoftware zu ergründen. Von den 19 Rückmeldungen aus mehr als 40 Teilnehmern stieg ich mit der Durchschnittsnote von 2,1 einigermaßen erfolgreich aus dem Ring. Was mich aber einerseits sehr belustigt, auf der anderen Seite aber auch nachdenklich gemacht hat, war ein schriftlich hinterlassener Kommentar eines Zuhörers dieses Aussteller-Redeslots: "Was gehen mich die Sorgen und Nöte eines Toolherstellers an?" Na bitte: Das sind doch genau die Leute, die sich in einen Mercedes setzen und über das Interieur schimpfen, jegliche Anfragen von Designern ("wie hätten Sie es denn gerne?") im Vorfeld aber rüde abwimmeln. OK - zum Glück war das die Ausnahme, aber interessant ist es doch.
Verfolgen wir also das Szenario "Service Management ist Quatsch!" aus der Sicht der Sorgen der Toolhersteller. Wie schon oft beschrieben ist Service Management eher eine Philosophie als ein Regelwerk, weil man das vorliegende Regelwerk natürlich nahezu nach Belieben seinen eigenen Gegebenheiten anpassen kann. Was aber nicht nur bleibt, sondern nach wie vor existenziell notwendig ist, sind die unterstützenden und begleitenden Prozesse und der damit verbundene Mehrwert und Nutzen für das Unternehmen. Und genau hier setzt das neue Q-Board an: Gib' den Nutzern die Möglichkeit, ihre Service Management Prozesse nicht (nur) zu designen, sondern sie zu aktiv zu leben! Kombiniere dies mit daraus resultierenden, glasharten und nachweislichen Methoden, Liquidität zu erzeugen und schaffe so die Daseinsberechtigung für eine echte Standardsoftware für IT Service Management. Realistischer Pragmatismus gepaart mit professioneller Umsetzung erfahrener Tugenden sichern den Erfolg von allen Beteiligten. Das Ausnutzen einheitlicher Prozesse über Standorte hinweg, mit Mitarbeitern, die eben nicht Tag für Tag diese Prozesse in epischer Breite leben (können/müssen). In der standardisierten Reproduzierbarkeit liegt der Schlüssel für effizientes Arbeiten. Und effizientes Arbeiten bedeutet Lebensqualität.
Autor: Marco Linsenmann Gastbeiträge ITSM Tools 27.5.2008

3 Kommentare
1. Michal | 29.05.2008 13:53:46
Herr Linsenmann,
ich kann Ihre Sorgen im Unterschied zu Ihrem Zuhörer verstehen. Ich würde diese aber nicht als Sorgen darstellen. Die selbst ernannten Big Five verdienen schönes Geld auch mirt Service Management. Ich halte das Szenario "Service Management ist Quatsch" daher für wenig wahrscheinlich.
Ich finde es sehr gut, daß Sie sich als Toolhersteller die Mühe geben und weit über den Tellerrand eines Tools schauen! Machen nicht viele...
Gruß
Michal
2. Carlo | 29.05.2008 14:23:59
Hallo zusammen,
kann dem bisher gesagten nur zustimmen! Gerade den Software-Anbieter sagt man oftmals zu unrecht nach, dass diese lediglich den Fokus auf Ihrem Produkt haben und nicht für die Prozesse drum herum.
Vielen Dank für so einen erfrischenden Weitblick!
... gerade auch im Sinne des "Kundennutzens" gilt es permanent die Wünsche & Bedürfnisse des Kunden zu prüfen, egal was man für ein Produkt anbietet!
Viele Grüße
Carlo
3. Antonino | 01.06.2008 13:00:32
Ständig weiter entwickeln, sich an die Praxis - sprich: die echten Bedürfnisse aus dem Alltag - zu orientieren und sich in Frage und gar zur Diskussion zu stellen - ein guter und vor allem kundenorientierter Ansatz, finde ich!
Kundenorientiert - das könnten nun einige so interpretieren "ich drehe das so und so, wie mein Kunde das will, denn er zahlt letztendlich", für mich steht dabei im Vordergrund der Ansatz "ich muß die Bedürfnisse des Kunden kennen, damit ich ihn am Besten unterstützen kann".
Danke Marco für den spannenden Gasbeitrag!
Antonino