IT und die Finanzkrise

Die Finanzkrise und ihre Folgen ( wenn man sie denn absehen kann) ist leider in aller Munde und die Auswirkungen sind jetzt und sicher auch in naher Zukunft deutlich spürbar.

Ein Thema dem wir uns auch in der IT nicht entziehen können, Gartner hat dazu auch vor einigen Tagen ein düsteres Bild gezeichnet , siehe Originalartikel.

Es ist klar, dass es kaum einen Industriezweig oder Privatperson geben wird, die nicht in der einen oder anderen Art und Weise davon betroffen ist oder zukünftig sein wird. Wir alle lesen und hören die Informationen und Nachrichten, "XYZ, reduziert die Produktion" , "Arbeitsplätze sind in Gefahr",  "Prognostiziertes Wachstum gleich Null" usw., usw.

Die IT kann sich davon natürlich nicht freimachen. Auch wir sind ein Teil der "Zulieferer", ob nun direkt oder indirekt. Pläne oder Massnahmen zur Kosten- & Ausgabenkürzungen betreffen alle Geschäftsbereiche oder deren Unterstützer. Eine beliebte und bekannte Massnahme ist es, Budgets zu streichen, Projekte einzufrieren, Strategie-Themen erstmal zu parken. Auf den Ersten Blick durchaus nachvollziehbar. Auf den Zweiten Blick allerdings ein klarer Fehler.  Vor allem wenn es um die Welt der Prozesse und dadurch um Transparenz geht. Auch wenn es um Kostenoptimierung geht.  Des weiteren der, ja nicht unwichtige  Aspekt , dass das Business ja auch weiterhin IT Services & Infrastruktur benötigt um die Geschäfstprozesse zu stützen und auch hier ( hoffentlich) kostenoptimiert agieren zu können.

Ich bin fest davon überzeugt, dass eine Nicht-Umsetzung von Prozessstrukturen, nachvollziehbaren und vor allem überprüfbaren Risiko - und Sicherheits Management Themen, zum Boomerang werden wird!

Wie komme ich darauf, fragen Sie ?

Nun, Sie können sicher sein, dass neue Gesetze und Regularien uns alle sehr schnell zum Handeln zwingen werden. Stichwort  u.a. "erweiterte Management Haftung".
Sie können natürlich sagen, das hat ja nichts mit uns zu tun, das betrifft doch die Banken- und Finanzwelt. Leider zu kurz gesprungen! Unternehmen benötigen Kredite, diese werden von Banken vergeben (oder auch nicht) und diese wollen nun noch sicherer gehen, inwieweit der Kreditnehmer diese auch wieder zurückführen kann. Auch welchen Zinssatz bekommt das Unternehmen denn? Wie nachweisbar, transparent sind die Prozesse, gibt es die überhaupt? Wer ist verantwortlich, ergo wer haftet? Wenn das Top-Management stärker in die Haftungs- und Nachweispflicht genommen wird, (jetzt auch schon durch EuroSOX, KonTragG, UMAG und weitere) können wir alle sicher sein, dass eine Absicherung der persönlichen  Haftung DIE Chef-Aufgabe sein wird und auch sein muss. Das Thema "Governance " wird noch stärker werden und um dies bedienen zu können muss auch auf das Thema Service Management und Prozesswelt fokussiert werden.

Wie soll man ansonsten Governance realisieren können, ohne die dazugehörigen Betriebsprozesse?

CobIT ist und wird stärker ein Thema werden. ISO 27001 (Security Management) und ISO 20000 (IT Service Management) gewinnen neue Bedeutung. Eines ist sicher: dies ist nicht der richtige Zeitpunkt am "falschen Ende" zu sparen, sondern ganz im Gegenteil in IT Prozesse (vor allem ITSM) und IT Governance zu investieren. Oder können Sie die Hand ins Feuer legen, dass bei Ihnen alles im "Grünen Bereich" ist?

Wir wissen zwar alle noch nicht, wo die Reise hingehen wird, aber eines ist klar: ohne IT wird dies alles nicht zu bewältigen sein und wir bleiben dran. Versprochen!


Autor: Gerry Wallner  23.10.2008


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