Was heißt INTEGRIERTE WIRKUNG in der Beratung?
Berater sollten integrierend wirken. Gerade im Service Management, aber auch in anderen Bereichen muss man verschiedene Parteien zusammenführen, z.B. in einer Multiproviderumgebung. Aber was heißt eigentlich "integrierendes Verhalten"? Bleibt es nicht ein schwammiger Begriff?Ein Ansatz ist hier vielleicht eine Analogie: Ein Dirigent hat die Musiker auf seiner Seite, wenn er für ihre Fragen und Wünsche offen ist. Er gibt ihnen, auch in seiner Leitungsposition oder Anleitungsposition (der Berater) Raum für ihre Ideen. Die Kontrolle der Prozesse bleibt aber bestehen. Das ist eine hohe Kunst! Auf diese Weise entsteht eine lebendige Atmosphäre in Change Prozessen. Es bricht kein Chaos aus, das den Probefluss beeinflusst. Diskussionen gibt es, aber keine Diskussion wirkt störend. Ungleichgewichte können ausgedrückt, reflektiert und damit integriert werden. Integrierend wirken heißt auch die Effizienz des Beratungsprozesses, neben der inhaltlichen Ebene immer im Auge zu behalten. Man ist Akteur und Beobachter zugleich. Bei Problemen ist eine integrierende Haltung im Geiste mit einem "und das kann auch dazugehören" begleitet.
Dale Carnegie, der bekannte Managementtrainer, fragt sich bei einer integrierenden Haltung auch immer: "Frag' Dich, was Schlimmeres passieren könnte. Sei bereit, dies notfalls zu akzeptieren. Dann mach Dich in aller Ruhe und Kraft daran, es nach allen Kräften zu ändern (Change!)!" Integrative Beratung hat auch mit lösungsorientiertem Denken zu tun: Wie wäre es eigentlich, wenn die Herausforderung gelöst wäre? Und: Woran erkenne ich die Lösung? Und wir denken dabei, ebenso wie im worst case Szenario: "Das gehört auch dazu!" Dies sind nur einige Aspekte. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was kann für Sie integrierende Beratung heißen?
Eines ist klar: Beratung richtig ausgeführt heißt Offenheit, Diplomatie und Effizienz sowie Ergebnisorientierung clever unter einen Hut zu bringen.
(Zur Analogie mit dem Dirigenten und mit dem Zusammenspiel in einem Orchester empfehle ich http://www.gansch.de ).
Autor: Antonino Spadaro Antonino Beratung 10.6.2008

1 Kommentare
1. Jörg Püschmann-Sander | 24.06.2008 13:21:37
Als erstes muss ich vorausschicken, dass bei meinem Beruf das Thema Integrierte Versorgung ein heißes Eisen ist, über das viel geredet wird und das wenig fassbar ist. Esgibt sogar Paragraphen dazu im SGB V.
Da geht es darum, die starren Grenzen zwischen verschiedenen Versorgungssektoren (meist stationär-ambulant, aber es gibt noch mehr) aufzubrechen. Löblich löblich. Bisher ist es meist gescheitert am notwendigen Gesamtbudget,der Verantwortlichkeit und der Aufteilung.
Seit dem Auftauchen dieser Begrifflichkeit bin ich bei Integration immer etwas skeptisch.
Als Dienstleistungsunternehmen im Bereich der ambulanten Pflege wird das thema Service natürlich groß geschrieben, und hoffentlich nicht nur geschrieben. Es finden bei uns so viele Beratungsprozesse statt, dass es eine reine Freude ist.
ich zum Beispiel habe so eine beratende Funktion. Ich berate unseren Vorstand über bevorstehende Änderungen oder mögliche Richtungen zur Weiterentwicklung. Gleichzeitig berate ich die Einrichtungsleitungen ganz speziell ihre Möglichkeiten im Marktumfeld. ich berate auch Kooperationspartner, wie wir gemeinsam die kommende Entwicklung vorantreiben können und ich berate auch teilweise die "Außendienst"Mitarbeiter (also diejenigen, welche die Pflege vor Ort auch leisten und unser Geld verdienen). Und ich muss spätestens bei der Entwicklung eines Konzeptes alle deren Blickwinkel und Ansichten INTEGRIEREN, um erfolgreich zu sein. Was nützt mir denn die kooperation im Bereich des Hausnotrufes, wenn die Einrichtungsleitungen deren Sinnhaftigkeit nicht einsehen. Was nützt es mir, wenn die Mitarbeiter selbst nicht wissen, welchen Vorteil der Kunde davon hat und deshalb nicht wirklich Werbung dafür machen, was nützt es mir, wenn der Vorstand die Win-Win-Situation nicht erkennt und deshalb eventuell nötige Investitionen nicht genehmigt und was nützt es mir, wenn der Kooperationspartner keinen Vorteil für sich mehr erkennen kann. Ich möchte also deutlich auf den Prozesscharakter der Beratung hinweisen und auf die Offenheit des Ergebnisses-ich bin immer wieder überrascht worden, dass wir ganz woanders gelandet sind, als wir es zu beginndachten-aber es war meistens gut. Auch das muss integriert werden.
Und um auf das Orchester zurückzukommen: Nie vergessen, dass man aus den gleichen, konstanten Noten je nach Zusammensetzung des Orchesters ganz unterschiedliche Ergebnisse herausholen kann. Nicht nur in der Qualität.......
Beratende Grüße aus Berlin
Jörg